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Die Auslandsverschuldung Russlands ist rasch gesunken

Die russische Regierung ist im Ausland nicht hoch verschuldet, allerdings gibt es wenig Vertrauen zur Zukunft des Landes

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Die gesamte private und öffentliche Verschuldung Russlands im Ausland ist von ihrem Höchststand Ende Juni 2014 (733 Milliarden Dollar) bereits bis Ende 2014 um rund 18 Prozent gesunken. Bis Ende 2015 hat sie sich dann mit rund 516 Milliarden Dollar gegenüber ihrem Höchststand um rund 30 Prozent vermindert. Ende März 2016 stagnierte sie nach ersten Schätzungen der Zentralbank auf diesem Niveau.

Die Auslandsschulden der Regierung (ohne Zentralbank und staatliche Unternehmen) wurden dabei von Juni 2014 bis März 2016 sogar um fast die Hälfte verringert (-46 Prozent). Ende März 2016 betrugen sie nur noch 30,8 Milliarden Dollar. Ihr Anteil an der gesamten Auslandsverschuldung Russlands verminderte sich auf rund 6 Prozent.

Banken und staatliche Unternehmen trieben Auslandsschulden in die Höhe

Anders als viele andere Staaten ist die Regierung selbst im Ausland also nicht problematisch hoch verschuldet. Das betont auch Chris Miller, Russland-Experte an der Yale-Universität nahe New York. Er hat kürzlich die Entwicklung der russischen Auslandsverschuldung seit 2004 kommentiert. Nachstehend eine Zusammenfassung seiner wichtigsten Feststellungen.

Für den rasanten Anstieg der Auslandskredite an den privaten Sektor Russlands von nur rund 100 Milliarden Dollar im Jahr 2004 auf rund 659 Milliarden Dollar im Jahr 2014 war zu fast einem Drittel die Kreditaufnahme durch russische Banken verantwortlich.

Zweitwichtigster Treiber der Auslandsverschuldung waren staatliche Unternehmen, insbesondere im Energiebereich (Gazprom, Rosneft).

Wie wirkten Ölpreiseinbruch, Rubelabsturz und Sanktionen?

Solange die Ölpreise hoch waren, vergaben westliche Investoren gerne Kredite nach Russland. Mit der Verhängung der Sanktionen waren die Kreditmärkte im Westen jedoch verschlossen. Letztendlich konnte sich Rosneft nur mit Hilfe der Zentralbank refinanzieren. Sie akzeptierte neue Rosneft-Anleihen als Sicherheit (eine Maßnahme, die zum Beispiel von Sergej Gurijew, bis 2013 Rektor der Moskauer New School of Economics und künftiger Chef-Volkswirt der Londoner EBRD, scharf kritisiert wurde).

Durch den Kursverfall des Rubel waren insbesondere die russischen Banken betroffen. Sie können nicht wie die russischen Energieexporteure ihre Schulden in ausländischen Währungen mit Devisen-Einnahmen bedienen, sondern nur mit abgewerteten Rubel-Einnahmen. Auch deswegen sind die Auslandsschulden der Banken seit 2014 um 38 Prozent gesunken, schneller als Unternehmen außerhalb des Finanzsektors ihre Auslandsschulden abbauten (-20 Prozent). Zudem wurden einige der größten russischen Banken mit Sanktionen belegt, konnten also keine neuen Kredite im Westen aufnehmen.

Im Herbst 2014 ergriff die Zentralbank Maßnahmen, die den Banken die Refinanzierung ihrer in Dollar aufgenommenen Kredite erleichterten. Sie verband aber die Bereitstellung zusätzlicher Liquidität, so Miller, mit einem entschlossenen Vorgehen gegen schlecht geführte Banken, um so die Gefahr zu verringern, dass der russische Steuerzahler Verluste tragen muss.

Verringerter Kapitalverkehr zeigt Vertrauensverlust in Russlands Zukunft

Millers Fazit: Der frühere rasche Zufluss ausländischen Kapitals nach Russland war ein Beweis, dass die Investoren dort deutliches Wachstum erwarteten. Der Rückgang der Auslandsverschuldung ist ein Zeichen, dass Russen und Ausländer wenig Vertrauen in Russlands Zukunft haben.

Die Rolle der Zentralbank in diesem Prozess lobt Miller: Selten würden Staaten ihre Schulden so rasch mit so wenig „finanziellem Chaos“ abbauen.


Source: Ostexperte

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