Schoigu zerschlägt die Träume Japans von der Rückführung der Südkurilen

Wenn unendliches und aufdringliches Bitten bittere Früchte trägt

Sun, Apr 10, 2016
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Russian defenses on the Kuril Islands

Der Chef des russischen Verteidigungsministeriums, Sergei Schoigu, hat den Befehl veröffentlicht, auf den Kurilen schon im laufenden Jahr die Uferraketenkomplexe "Bastion" aufzustellen. Eine Batterie eines Bastion-Komplexes besteht aus 12 Raketen-Startvorrichtungen mit überschallschnellen “Onyx" (Jachont) – Marschflugkörpern. Jede Rakete hat einen 290-Kilogramm-Sprengkopf. Es genügen zwei bis drei Raketen, um eine Fregatte zu versenken. Fünf Onyx-Raketen genügen, um einen Flugzeugträger zu versenken. Ein solcher Sprengkopf reißt ein Loch von S-Bahn-Wagen-Größe. Ebenfalls wird der Komplex "Bal-E" (3K60 Bal: Landbasierte Anti-Schiff-Lenkwaffe, Reichweite 120 km, seit 2008 im Dienst) aufgestellt. Gleichzeitig werden die neuesten unbemannten Flugapparate stationiert.

Dabei hat der Minister den planmäßigen Charakter der Stationierung erklärt, die im Rahmen eines Programms der Umrüstung durchgeführt wird. Die Uferraketenkomplexe sollen einen sicheren Schutz vor dem Angriff vom Meer aus bieten, als geeignete Abschreckung für Schiffe eines potentiellen Gegners einer beliebigen Klasse dienen, sowie die Durchführung von Anlandeoperationen verhindern.

Die russischen Militärs werden sich nicht auf die Schiffsabwehr beschränken. Außer der Entfaltung dieser Mittel im Raum der Kurilen wird die Kontrollzone des Luftraumes wesentlich vergrößert. Schoigu hat berichtet, dass die aufgestellten Arsenale sicher erlauben werden, Flugzeuge und Raketen des potentiellen Gegners in allen Höhen zu treffen: in geringen, mittleren und großen.

Nur zur Erinnerung: Japan besteht auf der Übergabe des Südteiles der Kurilenreihe: der Inseln Iturups, Kunaschir, Schikotan und der Inselgruppe Chabomai, die die Sowjetunion im Ergebnis des Zweiten Weltkriegs erhalten hat. Russland erklärte mehrfach, dass von der Rückführung irgendwelcher Territorien an Japan nicht die Rede sein kann. Als Geste des guten Willens bot die russische Regierung den Japanern an, das Territorium gemeinsam wirtschaftlich zu nutzen und dabei den jetzigen juristischen Status zu erhalten, aber Tokio will auf so eine Variante verzichten, schreibt die russische Presse.

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Dabei reagieren die Japaner von Zeit zu Zeit auf die Besuche der russischen Amtspersonen auf den Südkurilen unangemessen. Zum Beispiel, im Jahr 2012 äußerte das Außenministerium Japans seinen Protest in Zusammenhang mit dem Besuch des Chefs der russischen Regierung, Dmitri Medwedew. Im vorigen Jahr protestierten die Japaner gegen den Besuch des bevollmächtigen Vertreters des Präsidenten im Fernöstlichen Föderationskreis, Juri Trutnews. Die Proteste wurden auch im Verlauf des Besuches anderer russischer Amtsträger ausgedrückt. Die russische Seite äußerte in allen ähnlichen Fälle ihr Bedauern über die Versuche Japans, die allgemein anerkannten Ergebnisse des Zweiten Weltkriegs zu revidieren.

Die aktuellen Vorgänge um die Kurilen sind ein Musterbeispiel für die russische Außenpolitik à la Putin. Man versucht Konflikte aufzulösen, indem man dem Gesprächspartner einen Vorschlag macht, der für beide Seiten maximal vorteilhaft ist. In diesem Fall wäre Russland bereit, japanischen Investoren Aktienpakete von seinen Erdöl- und Gasprojekten anzubieten. Zusätzlich wird den Japanern die Zusammenarbeit bei der Entwicklung des Gesamtprojektes "Kurilen" versprochen. Laut russischen Informationen wird dort eine wirtschaftliche Zone neuen Typs vorbereitet.

Zu allem Überfluss wurden im Inneren der Südkurilen eine Menge Bodenschätze entdeckt: Gold, Silber, polymetallische Erze, die Zink enthalten, Kupfer, Vanadium und so weiter. Einen besonderen Wert stellt das Erz des Metalls Rhenium dar, das insbesondere bei der Produktion von reaktiven Motoren Verwendung findet. Es gibt Vorräte an vulkanischem Schwefel und Thermalwasser – was die wertvollsten Ressourcen für die Entwicklung eines gemeinsamen Tourismus sind.

Jeder weitere oder besser folgende Vorschlag ist für die Gegenseite schlechter. Siehe jetzt dort. Und beachten Sie die Reichweiten der Raketen und die Entfernungen zur koreanischen Halbinsel und zum japanischen Territorium. Das passiert, wenn man eigene Interessen den Amerikanern opfert. Glückwunsch!

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